Fred, der Frosch, am Einschulungstag: die allererste Hausaufgabe…

von Invield Helmer-Leemhuis

1. Male Fred den Frosch mit einem Buntstift an!

2. Schreibe deinen Namen über das Bild!

Freiwillig:

1. Kannst du schon zählen? Dann zähle doch mal, wie viel Tiere auf dem Bild zu sehen sind und schreibe dein Ergebnis unter das Bild.

2. Wenn du schon Buchstaben kennst, darfst du die um uns herum schreiben.

3. Wenn du magst, kannst du auch die anderen Tiere anmalen.

Meine Rückmeldung: Fred ist das Klassentier meiner ersten Klasse und das Buch hat sehr wertvolle Impulse gesetzt. Das war ein guter Einstieg!
Die Hausaufgaben des ersten Schultages sind besonders begehrt. Warum nicht Fred, den Frosch, dafür nutzen?

Invield Helmer-Leemhuis, Upgand-Schott (Ostfriesland)

Zweite Ausbildungsphase: Inklusion als Thema im Unterricht

von Ralf Oldenburg, Adolf-von Dalberg-Grundschule in Fulda

Projekttitel: „Fred, der Frosch, und eine Schule für alle“ – ein Theaterstück zur Inklusion

Leitfragen:
• Wie kann man als Lehrkraft mit Schülerinnen und Schülern ein Bilderbuch zur Inklusion lesen und betrachten?
• Wie erleben Schülerinnen und Schüler eine „Schule für alle“?
• Warum ist eine Wertschätzungskultur für Inklusion grundlegend?
• Wie können Lehrkräfte und Kinder Inklusion im Rollenspiel neu erfinden?

Projektbeschreibung:
Nach Vorstellung und erstem Erzählen zum Bilderbuch „Fred, der Frosch, und eine Schule für alle“ entwickelten Schülerinnen und Schüler des 2. Schuljahres ein kleines Theaterstück.
Dafür suchten sie sich in einem ersten Schritt ein Lieblingstier als Kopiervorlage aus und malten es aus. Nachdem sie über Stärken dieses Tieres nachgedacht hatten, formulierten sie diese als Ich-Botschaft, z.B.: „Ich bin ein Löwe und kann gut brüllen!“ Die gefundenen Merkmale wurden auf die Rückseite ihres Tieres geschrieben. Im Unterrichtsgespräch wurde deutlich, dass unterschiedliche Tiere unterschiedliche Stärken haben – und dass Schwächen je vom Standpunkt aus unterschiedlich erscheinen.
Der Gegensatz von „Schulen für einzelne homogene Gruppen“ und „Schule für alle“ wurde am Beispiel eines Stundenplanes erarbeitet. Zunächst überlegten die Kinder, was in einer Tigerschule unterrichtet werden könnte: z.B. Jagen, Brüllen, Anschleichen, Tigerkunde… Anschließend diskutierten sie, welche Fächer im Vergleich in einer „Schule für alle“ unterrichtet werden können, und fanden z.B. den Begriff Tierkunde (statt Tigerkunde).

Im Gespräch wurde manchen bewusst, wie sehr sie in einer „Tigerschule“ leiden würden, da sie dort nichts vom Unterricht hätten und ihre besonderen Stärken, die ein Zusammenleben und –arbeiten erst gewinnbringend machen, nicht einsetzen könnten. Sie erkannten, dass es förderlich ist, unterschiedliche Tiere mit ganz unterschiedlichen Talenten in einer Schule zu haben. Gegenseitige Wertschätzung als Kernstück schulischer Inklusion wurde so durch die Arbeit mit dem Bilderbuch „Fred, der Frosch, oder eine Schule für alle“ angebahnt.
Gefestigt wurde die Erkenntnis durch das abschließende Rollenspiel. Die Schülerinnen und Schüler malten analog zur Buch-Illustration einen großen „Eine Schule für alle“-Baum im Klassenzimmer und schmückten diesen mit farbig gestalteten Blättern. In der Theateraufführung wurde zunächst die Tigerschule gespielt, in einem Schwenk zur inklusiven Schule benannten die Kinder ihre jeweilige Rolle mit den zugehörigen unterschiedichen Stärken und klebten ihr laminiertes, ausgeschnittenes Tier-Bild in die Äste des Baumes.
Zusätzlich motiviert waren die Kinder dadurch, dass neben Schülerinnen und Schülern anderer Lerngruppen sowie der Vorklasse auch Wiltrud Thies, die Autorin, an dem Aufführungstermin teilnahm. So ergab sich für die Kinder noch ein Schlussgespräch über das Geschichtenschreiben.

Zeitplan:
Das Vorstellen und Erarbeiten des Bilderbuches „Fred, der Frosch, oder eine Schule für alle“ beinhaltete insgesamt 5 Schulstunden. Zwei abschließende Proben fanden zeitnah vor dem Aufführungstermin statt.